Max Leopold Wagner gilt heute als einer der größten Gelehrten der romanischen Sprachen des 20. Jahrhunderts und als größter Experte der sardischen Sprache, zu dessen Kenntnis er mit Werken beigetragen hat, die heute Teil der klassischen Bibliographie unserer Insel sind. Vielleicht weniger bekannt sind seine „Travel Images“, ein Fresko der Passage auf der Insel eines Mannes mit einer riesigen, außergewöhnlichen polyglotten Kultur, der dort ankommt, um sein Sprachstudium zu beginnen, der aber bald erkennt, wie wichtig es ist, zuerst die Region und ihre Menschen zu kennen: „Ich habe mir vorgenommen, zuerst das Gebiet, seine Altertümer, sein Leben und seine Bräuche zu kennen, anstatt Sprachforschung zu betreiben. Im Laufe der Reise rückten jedoch sprachliche Interessen in den Vordergrund.“ Das sagt der Bayer in einem Essay, den er einige Jahre vor seinem Tod 1962 in Washington geschrieben hat. Auch er ist also in erster Linie ein Reisender, er bereist die Insel auf dem Pferd auf dem Fahrrad und wie viele vor ihm beobachtet, macht sich Notizen, kennt Fakten und Menschen: „Die Insel bereist zu haben, hat mich in engen Kontakt mit den sardischen Menschen gebracht und mir die Gelegenheit gegeben, ihren zurückhaltenden, aber edlen und stolzen Charakter kennenzulernen und ihre traditionelle Gastfreundschaft unzählige Male aus erster Hand zu erleben“.
Wagner, 1880 in München geboren, kam 1905 dank eines Stipendiums der Universität München erst vierundzwanzig Jahre alt auf die Insel. Aus dieser ersten Erfahrung heraus zeichnete er eine Reihe von Artikeln, die zwischen 1907 und 1908 in der deutschen Ethnographie- und Geografiezeitschrift „Globus“ erschienen. Er kam als erste Station in Cagliari an und blieb dort etwa sechs Monate. Er lernte den Dialekt der Hauptstadt und zog dann nach Sulcitano und in die Region Gennargentu. 1906 erweiterte er seinen räumlichen Horizont und deckte alle anderen sardischen Regionen ab. Er besuchte mehr als siebzig Orte. Er hat eine Kamera dabei und kreiert eine Reihe von Bildern, die zusammen mit Beschreibungen der Landschaft und der Gebräuche ein wichtiges Zeugnis von Aspekten und Werkzeugen der materiellen Kultur darstellen. Ein daher teilweise unbekannter Wagner, der zu farbenfrohen und poetischen Beschreibungen fähig ist, was im Vergleich zur bekanntesten Rolle des großen und gewissenhaften sardisch sprechenden Gelehrten beispiellos war.
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Autor : Bruscagli, Alessandra
Autor : Bruscagli, Alessandra
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