Sebastiano Satta ist einer der besten sardischen Dichter aller Zeiten. Als Anwalt und Journalist schrieb er hochgeschätzte Verse auf Sardisch und Italienisch. Er wurde 1867 in Nuoro geboren. Er leistete seinen Militärdienst in Bologna ab und war mit Carduccis poetischem Werk vertraut. Er studierte Jura in Sassari. Nach seinem Abschluss übt er den Anwaltsberuf aus und zeichnet sich durch seine fundierten Fähigkeiten und seine elegante Beredsamkeit aus. Besonders wichtig sind die „Rebel Verses“, eine Gedichtsammlung, mit der er 1893 begann. Die Ode „Erster Mai“ stammt aus dem Jahr 1896, die „Barbarenlieder“ aus dem Jahr 1910. Die „Songs of the Jump and the Saddle“ wurden 1924 posthum veröffentlicht.
Sebastiano Sattas Gedichte entspringen einer tiefen Menschlichkeit. Er liebt Barbagia, sein Heimatland, das unhöflich und wunderschön zugleich ist. Er schätzt jeden Aspekt davon, auch den dunkelsten. Satta engagiert sich für soziale Belange und verhehlt keine Gefühle der Sympathie und des Respekts für die große Gruppe von Banditen, die, um der Gefangennahme zu entgehen, wild wurden. Laut dem Dichter aus Nuoro waren die Banditen nichts weiter als Männer, die wie streunende Tiere geworden waren und mit ihren verbotenen Taten eine barbarische Rebellion gegen eine ungerechte und inakzeptable Gesellschaftsordnung demonstrierten. Die sattische Poesie beleuchtet daher die ganze Tragödie des unglücklichen Sardiniens, das als perfekte Mutter verewigt wurde: „Mutter in schwarzen Bandagen, die groß und stolz ist, wenn sie an den Tod denkt.“ Von einer Lähmung geplagt, verbrachte die Dichterin die letzten sechs Jahre in schmerzhafter Unbeweglichkeit und starb 1914 im Alter von nur 47 Jahren in Nuoro.
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