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Sigismondo Arquer

Sigismondo Arquer

Sigismondo Arquer ist eine der interessantesten Figuren der iberischen Zeit der Insel. Er wurde 1530 in Cagliari als Sohn einer etablierten Familie geboren, da sein Vater, Giovanni Antonio, einige Zeit das Amt des königlichen Steueranwalts innehatte. Er schloss sein Studium in „utroque jure“ in Pisa und in Theologie in Siena ab. Dank der Kontakte, die er in den letzten Jahren geknüpft hat, besucht er ein religiöses Umfeld, das in gewisser Weise mit den vom Luthertum eingeleiteten Reformen in Verbindung steht. 1549 entwarf er in Basel zusammen mit Sebastian Münster die „Cosmographia Universalis“ und verfasste eine Monographie über Sardinien, „Sardiniae Brevis Historia e Descriptio“, der eine Karte der Insel und eine Ansicht von Cagliari beigefügt waren. Das Werk wird gewissermaßen zum Archetyp einer Reihe literarisch-historisch-beschreibender Schriften werden, die sich in den folgenden Jahrhunderten in der Inselkultur durchsetzen werden.
Zurück in Cagliari bekleidet er auch öffentliche Ämter in der Verwaltung des Königreichs, was ihn auf Kollisionskurs mit der sardischen Feudalaristokratie bringt, die eifersüchtig auf ihre Privilegien ist und den königlichen Absolutismus nicht toleriert. Unter dem Vorwurf der Häresie inhaftiert, wurde er 1571 in Toledo lebendig verbrannt. Im Gefängnis verfasste er auf Spanisch die „Coplas al Imagen del Crucifix“, in denen er tragische persönliche Ereignisse mit einem Hinweis auf die Leiden der Passion Christi deutlich anprangerte. Aus formaler Sicht scheinen sie in das iberische Genre der „Glossa“ zu passen, dessen Zweck die Exegese und Paraphrase heiliger Texte war. Aus doktrinärer Sicht sind sie ein extremer Versuch, zur Orthodoxie zurückzukehren.

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23/6/2026 - 15:17

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