Nuoro ist ein Zentrum antiken Ursprungs, aber neuerer Stadtbildung. Die Kathedrale befindet sich in der Mitte, auf dem Hügel, den die Einwohner von Nuoro „sa tanchitta“ nennen, getrennt von den historischen Vierteln Seuna und San Pietro.
Die Kathedrale Santa Maria della Neve befindet sich an der Stelle einer alten Kirche, deren Wiederaufbau Bischof Giovanni Maria Bua beschloss, indem er 1835 den ersten Stein segnete.
Zahlreiche Ereignisse verlangsamten die Arbeiten: 1840 starb der Designer Fra Antonio Cano, als er von einem in der Fabrik aufgestellten Gerüst fiel; nach kurzer Zeit starb auch Bua. Erst 1846 wurden die Arbeiten unter der Leitung von Vittorio Fogu aus Sassari wieder aufgenommen, der zehn Jahre zuvor den Bau der Querschiffkapellen in der Kathedrale von Oristano abgeschlossen hatte. 1853 konnte Monsignore Zunnui-Casula die neue Kathedrale segnen.
Das majestätische Gebäude dominiert einen riesigen Platz. Die Fassade mit Tympanon hat an den Seiten zwei doppelte Glockentürme. Die Fassade zeichnet sich durch vier monumentale Granitsäulen aus, die von ionischen Kapitellen überragt werden, die ein sehr einfaches Gebälk tragen. Sie endet mit einem dreieckigen Tympanon, das an palladianische Anregungen erinnert, die dem Designer Antonio Cano so am Herzen lagen.
Die Außenseiten zeichnen sich durch die geschwungene Gestaltung der Apsiden der Seitenkapellen aus, die deutliche borromische Bezüge aufweisen.
Der Innenraum besteht aus einem einzigen, überdachten, tonnengewölbten Gang mit großen Fenstern, durch die viel Licht einfällt, wodurch die für den Cano typischen dunkelblauen Effekte entstehen. Drei Kapellen auf jeder Seite, Apsiden und mit kleinen halbkugelförmigen Gewölben bedeckt, sind durch Bögen miteinander verbunden. Auf diese Weise entstehen drei Schiffe und es wird ein kreuzförmiger Grundriss nachgezeichnet, obwohl es keine Kreuzfahrt mit seiner Kuppel gibt. Das Gebälk verstärkt die Hellsichteffekte.
Das höher gelegene Presbyterium zeichnet sich durch eine Struktur aus, in der strenge Geometrien dominieren, wobei sich weißer Marmor und polychrome Spiegel in Kombination mit goldenen Girlanden abwechseln.
Geschichte der Studien
Die Kirche ist Gegenstand einer kurzen Zusammenfassung in Salvatore Naitzas Band über die Architektur des späten 17. Jahrhunderts und die puristische Architektur (1992).
Bibliographie von C. Maltese-R. Serra, „Episoden einer antiklassischen Zivilisation“, auf Sardinien, Venedig, 1969;
S. Naitza, Architektur vom späten 17. Jahrhundert bis zum puristischen Klassizismus. Nuoro, Ilisso, 1992, Blatt 78; Consulta Ecclesiastical Cultural Heritage. Reiserouten des Glaubens im Land Nuoro, Nuoro, 2000.
Inhaltstyp:
Religiöse Architektur
Provinz: Nuoro
Gemeinsam: Nuoro
Makrogebiet: Zentral-Sardinien
POSTLEITZAHL: 08100
Adresse: piazza Santa Maria della Neve, s.n.c.
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