Das Gebiet des regionalen Naturparks Molentargius-Saline steht für die tausendjährige Geschichte der Beziehung zwischen dem Menschen und der feuchten Küstenumgebung. Die seit der phönizischen und punischen Zeit dokumentierten Salzpfannen waren eine der bedeutendsten produktiven Siedlungen im Mittelmeerraum. Das Salzsammelsystem entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte unter spanischer, savoyischer und italienischer Herrschaft. Der Salzkomplex erreichte zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert mit dem Bau fortschrittlicher Hydrauliksysteme, Kanalnetze und mechanischer Pumpsysteme seine maximale Erweiterung und Modernisierung und wurde zu einem strategischen Zentrum für die Salzgewinnung auf nationaler Ebene. Die Schließung der Produktionstätigkeit im Jahr 1985 markierte den Beginn einer Phase der ökologischen und kulturellen Umstellung. 1999 gründete die Region Sardinien offiziell den regionalen Naturpark Molentargius-Saline mit dem Ziel, das feuchte Ökosystem zu schützen, die biologische Vielfalt zu verbessern und das historische und industrielle Erbe wiederherzustellen. Das Gebiet wurde in ein Zentrum für Forschung, Umweltbildung und Naturtourismus umgewandelt. Auf dem Gelände sind zahlreiche Artefakte der industriellen Salzarchäologie erhalten: Kanäle, Böschungen, Hydrauliksysteme, technische Gebäude und Lagerhäuser, darunter das Gebäude „Sali Scelti“, das heute restauriert und als Besucherzentrum und Ausstellungsraum genutzt wird. Der Park erstreckt sich über etwa 1.600 Hektar zwischen den Gemeinden Cagliari, Quartu Sant'Elena, Quartucciu und Selargius, im Küstenstreifen zwischen dem Molentargius-Teich und dem Poetto-Strand. Das Gebiet ist auf europäischer Ebene ein seltenes Beispiel für ein feuchtes Ökosystem in einer städtischen Umgebung und zeichnet sich durch das Vorhandensein von Süß- und Salzwasserbecken aus, die durch natürliche und künstliche Sandschnüre getrennt sind, in einer Landschaft von großem ökologischen, historischen und anthropogenen Interesse. Das Wassersystem des Parks umfasst unter anderem den Teich Bellarosa Minore und die Perdalonga (Süßwasser), die Bellarosa Maggiore (oder Molentargius), die Saline und die Perda Bianca (Brackwasser). Die Vegetation des Parks, spontan und mit kontrollierten Plantagen, ist in verschiedene Bänder und Lebensräume unterteilt: Brack- und Lagunenfeuchtgebiete, Süßwasserbecken (Perdalonga, Bellarosa Minore), Gebiete mit vorübergehender Kräuter- und Strauchvegetation, bewaldete Gebiete und ausgestattete Gärten (insbesondere entlang der Wege, die besichtigt werden können). Die Grünflächen des Parks sind in verschiedene funktionale und landschaftliche Typologien unterteilt. Naturgebiete: Dazu gehören Grünflächen, die an die Teiche und die Hauptbecken angrenzen, die durch ein integriertes Schutzsystem geschützt sind. Gebiete mit natürlicher Wiederbesiedelung: Oberflächen, die durch die fortschreitende Aufgabe von Salztanks und Kanälen entstanden sind, in denen sich die Vegetation spontan neu angesiedelt hat. Grünlandflächen: flache Gebiete mit Grasbedeckung und nitrophiler Vegetation. Ausgestattete Grünflächen: Flächen mit Zierpflanzen, Möbeln und Radwegen, die für die öffentliche Nutzung und Umweltbildung bestimmt sind. Fossiler Strand: Sandformation pleistozänen Ursprungs, die den südlichen Teil des Parks begrenzt. Der Park ist heute über ein Netz von Rad- und Wanderwegen, Rastplätzen, Vogelbeobachtungsstellen, Führungen und den Verleih umweltfreundlicher Fahrzeuge zugänglich und nutzbar. Der Park ist ein grundlegender Lebensraum für die Ruhe, das Nisten und Überwintern zahlreicher Vogelarten, darunter der rosa Flamingo (Phoenicopterus roseus), der zu einem Wahrzeichen der Gegend geworden ist.
Interessante Aspekte
Der regionale Naturpark Molentargius-Saline ist ein landschaftliches und ökologisches Unikat von großer Bedeutung, in dem die Koexistenz zwischen feuchten Ökosystemen und dem städtischen Kontext ein empfindliches und bedeutendes Gleichgewicht schafft. Das Vorhandensein geschützter Lebensräume, wertvoller Wildtierarten (insbesondere des rosa Flamingos) und archäologisch-industrieller Funde macht das Gebiet von multidisziplinärem Interesse und bietet ein großes pädagogisches, kulturelles und touristisch-naturalistisches Potenzial.
Strukturkategorie: Naturdenkmal
Inhaltstyp:
Park oder Garten
Umweltstandort
Benutzerfreundlichkeit: Öffnen
Provinz: Cagliari
Gemeinsam: Cagliari
Makrogebiet: Südsardinien
POSTLEITZAHL: 09126
Adresse: via La Palma, 9
Webseite: www.parcomolentargius.it www.cittadelsale.com
Facebook: www.youtube.com/channel/UClqnoPmv--2doNhBOH8id7g
Twitter: twitter.com/Molentargius
YouTube: www.youtube.com/channel/UClqnoPmv--2doNhBOH8id7g
Instagram: www.instagram.com/molentargiussalineofficial
Informationen zu Tickets und Zugriff: Für stets aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten des regionalen Naturparks Molentargius-Saline empfiehlt es sich, die entsprechende Webseite auf der Website des Konsortiums zu besuchen, das ihn verwaltet.
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